Angriffsformen von Haien

Angriffsformen

Drei mögliche Angriffsformen stehen im Vordergrund: «hit & run» (treffen und flüchten), «bump & bite» (rammen und beissen) und «sneak» (anschleichen und zubeissen).

«Hit & run» ist eine Attacke, bei der das Tier meistens nur einmal zubeisst und danach seine Beute loslässt, wenn sie nicht dem gewohnten Bild entspricht; bei Unfällen mit Menschen ist dies die typische Verhaltensweise. Bestätigt sind Hit & run-Unfälle mit Schwarzspitzen-, Spinner- (C. brevipinna) und Schwarznasenhaien (C. acronotus).

Eine «Bump & bite»-Attacke beinhaltet nahezu immer mehrere Angriffe. Dabei stösst der Hai das Opfer an (bump), vermutlich um es zu verscheuchen. Der Graue Riffhai Carcharhinus amblyrhinchus verändert dabei auch seine Körpersprache und macht als Warnsignal eine Drohgebärde, das sogenannte «Hunching». Das Tier nimmt eine bizarre Körperhaltung ein: es formt einen Buckel, drückt die beiden Brustflossen nach unten, stellt den Schwanz nach oben und schwimmt in einer schaukelnden Bewegung. Das Buckeln scheint mit dem Katzenbuckel vergleichbar: einerseits möchte die Katze vor der Gefahr flüchten, andererseits jedoch möchte sie ihr trotzen. Dies mit dem Effekt, dass sich der vordere Teil des Körpers zurückzieht, der hintere jedoch stehenbleibt. Ob das Buckeln beim Hai zur Revierverteidigung gehört, ist ungewiss, da bis heute noch umstritten ist, ob diese Meeresräuber wirklich Reviere besitzen. Wer dieses Warnzeichen missachtet, wird angegriffen und es kommt zum eigentlichen Bump & bite, das für ein Beutetier fast immer tödlich endet.

«Sneak» ist eine Technik, die der Weisse Hai vor allem beim Angriff auf Seehunde einsetzt. Dabei wird das Opfer von jener Seite her angegriffen, von der der Jäger schlecht sichtbar ist – bei Seehunden von unten und hinten. Solche Angriffe laufen meist keineswegs schleichend ab, wie der Fachausdruck glauben liesse, sondern mit hoher Geschwindigkeit; das Opfer wird gebissen, nachher zieht sich der Hai wieder zurück. Das verhindert, dass das um sich schlagende Beutetier seinen Jäger verletzt. Ist die Beute durch Blutverlust genügend geschwächt, greift er erneut an. Sneak ist stets mit mehreren solcher Attacken verbunden und sie enden für Beutetiere immer tödlich.

Die wenigsten tödlich verlaufenden Haiunfälle müssten bei fachgerechter Hilfe so tragisch enden, da die meisten Opfer verbluten. Oft würden einfache, in jedem Erste Hilfe-Kurs vermittelte Methoden das Leben der Patienten retten.

Quelle: Shark Info


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